Bilder voller Leben.

90 Jahre.

Mein Leben mal 3. Fast. Eine unglaubliche Zahl. Und doch hat meine Omi sie erreicht. Mit Schweizer Käse im Kopf, wie wir es liebevoll bezeichnen, aber doch sehr rüstig. Und der „Schweizer Käse“ bezieht sich meist lediglich auf ihr Kurzzeitgedächtnis.

Zu ihrer Geburtstagsfeier haben wir als Überraschung Bilder aus ihrem Leben aufgehängt. Zusammengesammelt aus alten Fotoalben, aus Fotokisten, gefunden bei Freunden und Familie. Es war wieder einer der Momente, in denen ich weiß, warum ich tue, was ich tue. Und warum es so mir unendlich viel Freude macht. Alle Gäste haben wild gerätselt als sie vor den Bildern standen. Wann war das nochmal? Achjaaa…“ und schon waren wir mittendrin in Erinnerungen die wir gemeinsam erlebt hatten. Und auch meine Omi konnte zu jedem Bild in Erinnerungen schwelgen, Geschichten erzählen und uns mitnehmen. In ihre Kindheit, ihr bewegtes Leben. Ich könnte stundenlang zuhören, wenn Menschen aus ihrem Leben erzählen. Vorallem einem Leben, das für mich doch so unendlich weit weg ist – zumindest was die Zeit angeht. Zuhause saßen wir nochmal in Ruhe zusammen und haben in alten Fotoalben gestöbert. Meine Omi. Meine Mama. Und ich. In diesen Momenten denke ich darüber nach, wie großartig eigentlich die Fotografie ist. Unsere Erinnerungen sind alle in unserem Gedächtnis hinterlegt. Aber sie brauchen meist einen kleinen Anstoss um wieder hervorzukommen. Sei es durch Unterhaltungen oder eben durch Fotos. Denn die Vorstellung irgendwann, in vielen Jahren, Jahrzehnten mit meiner Familie auch in einem Album zu stöbern, „weißt du noch“ zu sagen und von einer Erinnerung zur nächsten zu kommen, macht mich glücklich und bestärkt mich in dem, was ich tue. Nämlich anderen Menschen zu helfen, genau dieses Glücksgefühl auch erleben zu können.

 

Alles Liebe, Anija

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