Leben ist jetzt.

Stell dir vor, es ist morgen und und du hast wieder nichts getan. Live every day as if it was your last. All we have is now. Jeder kennt die vielen Zitate und Quotes, meist hübsch geschrieben oder auf ein tolles Bild gesetzt. Man scrollt drüber, gibt vielleicht hier und da einen Like, denkt sich „ja genau“. Und verfällt direkt wieder in den Alltagstrott. Ohne wirkliche Regung – weder im Kopf noch im Herzen. Und dann passieren Dinge im Leben. Im eigenen oder im Leben von Freunden. Dinge, die man niemanden wünscht, die einen zum Nachdenken anregen über Sinn und Unsinn, wirklich wichtiges, Unwichtiges. Und doch passiert es auch dann, dass man relativ schnell wieder im Alltagstrott versinkt, ohne etwas für sich zu ändern.

Oft ging es mir genauso, alles ist immer so weit weg und „mir passiert sowas nicht“, aber seit dem Verlust einer lieben und viel zu jungen Freundin vor einigen Jahren versuche ich immer wieder alles, bei dem man normalerweise „Irgendwann mal“ dazu sagt, gleich zu machen. Oder zumindest fix zu planen. Ich habe mir dafür eine Bucket List angelegt, die ständig erweitert und natürlich abgehakt wird. Da stehen Träume drauf, die nicht „einfach so“ zu erfüllen sind, weil nicht käuflich zu erwerben und nicht sofort oder umsetzbar (z.B. sportliche Erfolge oder Ziele/Träume auf die ihr nur mittelbar Einfluss habt), aber eben auch vieles, dass theoretisch sofort umsetzbar ist. Ich bin also dazu übergegangen statt „Wir müssen uns mal wieder treffen…“ gleich einen Termin vorzuschlagen. „Ich wollte schon immer mal nach“-Reisen sofort (wenn finanziell und zeitlich möglich) in den Kalender zu schreiben und zu buchen. Sonst geht wieder Zeit in’s Land, in der man nie weiß, was passiert. Puh, wenn man den letzten Satz liest, könnte man meinen, „man, die Anija ist ein ganz schöner Pessimist geworden!“. Niemals! Ganz im Gegenteil. Aber das Leben macht, was es will. Ich glaube an Schicksal, alles kommt so, wie es kommen muss. Aber wenn es so kommt, möchte ich für mich die Gewissheit haben, mein Bestes gegeben zu haben. Das zu tun, was mir wichtig ist. Zeit mit den Menschen zu verbringen, die mir wichtig sind. Und ich kann euch sagen, dass es sich damit ziemlich gut leben lässt und das Gefühl, lauter Träume & Wünsche zu erleben ziemlich geil ist. Trotzdem klappt das auch bei mir (noch) nicht zu jeder Minute. Aber durch eine Hiobsbotschaft aus dem Freundeskreis wurde ich vergangene Woche wieder dazu gezwungen, darüber nachzudenken und mir selbst erneut einen Tritt in den Hintern zu geben. Ein kleines Beispiel – Freunde von mir sind  Anfang 2017 in die USA gezogen für zwei Jahre. Nun sagt man ja immer „Ja, wir kommen euch in jedem Fall besuchen.“ Ticktackticktack. Schon sind zwei Jahre um, die Freunde wieder zurück und besucht hat man sie doch nicht. Damit das erst gar nicht passiert, habe ich mir diese Reise direkt für 2018 fix in den Kalender eingetragen. Geht nicht verloren und macht Vorfreude. Ob dann jetzt ne Woche früher oder später, ist völlig irrelevant, aber der Plan steht.

Also – füllt euren Kalender, fragt eure Freunde und Liebsten SOFORT nach einem Date, zeigt euren Lieblingsmenschen, was sie euch bedeuten, überlegt euch, was ihr für Träume und Ziele habt und legt los. Und wenn es nur Kleinigkeiten sind, wie den lang vor sich hergeschobenen Kaffee mit einem alten Freund. Gewohnheiten brauchen Zeit.
Leben ist jetzt.

Alles Liebe,
Anija

 

 

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